Hockenheimring: Dritter Platz für Burkhard Maring

rennen 15 16 hockenheimring adac formel masters
26.10.2008 - Sie strahlten mit der Herbstsonne um die Wette: Klaus Bachler (Neuhauser Racing) feierte in Hockenheim beim turbulenten 16. und letzten Rennen des ADAC Formel Masters seinen zweiten Sieg. Noch größer war der Jubel des Zweitplatzierten: Der 19 Jahre alte Portugiese Armando Parente vom Team URD Rennsport sicherte sich mit dem erneuten Sprung auf das Podest den Titel und ist damit Champion der 2008 erstmals ausgetragenen Nachwuchsserie. Platz drei bei dem vor der Kulisse des DTM-Finales ausgetragenen Showdowns erkämpfte Burkhard Maring.

Die Motivation, im letzten Saisonrennen zu glänzen, war bei den 23 Talenten hoch – bei manchen zu hoch. So kollidierten die Serienneulinge Liam Kenney (ma-con) und Philipp Frommenwiler (Zettl Motorsport) sowie Richard Cörnjek (Neuhauser Racing) schon auf dem Weg zur Einführungsrunde. Johann Ledermair (GU-Racing) wurde in der ersten Runde von einem Gegner in die Reifenstapel geschickt. An die Spitze hatte sich zunächst Parentes Teamkollege und sein einziger Titelrivale Nico Marvin Monien gesetzt. Der 18-jährige Römersteiner musste 15 Punkte wettmachen, um sich den Titel noch zu sichern. Doch in der ersten Kurve verbremste er sich und Klaus Bacher übernahm die Führung, die er bis ins Ziel nicht mehr abgab. Polesitter Parente hielt sich derweil aus allen Kämpfen heraus und ließ sich bis auf Platz fünf zurückfallen.

Die Titelentscheidung läutete ein weiterer Unfall ein: Daniel Abt (Abt Sportsline) kam Dennis Vollmair (KUG Motorsport) in der zweiten Runde ins Gehege, beide Autos landeten unsanft in der Streckenbegrenzung und das Safety-Car rückte aus. Als das Sicherungsauto die Strecke wieder verließ, krachte es kurz vor dem Restart erneut. Der Drittplazierte Marco Sørensen (ma-con) rauschte ins Heck des entsetzten Moniens. Die beiden Formel ADAC powered by Volkswagen verkeilten sich ineinander und setzten ihre Fahrt erst nach quälend langen Sekunden fort. Am Ende wurde Monien 13., Sørensen 14.

Nachdem Parente vom Pech seines Rivalen erfuhr, schob er alle taktischen Überlegungen beiseite: Mit einer meisterlichen Aufholjagd erkämpfte er den zweiten Platz hinter dem enteilten Bachler. "Nach Nicos Zwischenfall war der Weg zum Titel frei und ich konnte wieder Vollgas geben. Aber ich bin mir sicher, dass ich auch aus eigener Kraft Meister geworden wäre. Ich freue mich riesig. Es hat sich zuletzt doch ein gewisser Druck aufgebaut, der jetzt abgefallen ist. Ein tolles Gefühl." Der unterlegene Monien gratulierte seinem Teamkollegen und Kumpel herzlich: "Klar war der Unfall bitter, aber Armando wäre auch so Meister geworden. Und das verdient. Ich freue mich mit ihm." Parente tritt mit seinem Titel in die Fußstapfen ehemaliger ADAC-Schüler wie die heutigen Formel-1-Piloten Timo Glock, Sebastian Vettel und Nico Rosberg.

Monien blieb die Freude über den Vizetitel. Er verteidigte den zweiten Tabellenplatz trotz der Nullnummer dank eines mehr erzielten vierten Platzes gegen den punktgleichen Rennsieger Bachler. Der Österreicher freute sich trotzdem. "Es ist schön, sich mit einem Sieg aus der Saison zu verabschieden. Ich bin insgesamt mit meiner Leistung sehr zufrieden." Maring verdiente sich die Sektdusche zum Saisonabschluss mit einem Überholmanöver in der letzten Kurve gegen Emma Kimiläinen (18, Finnland/Van Amersfoort Racing). Für die Finnin steht am heutigen Sonntag noch eine zweite Entscheidung an: Sie tritt als Kandidatin bei der Wahl zum Helsinkier Stadtparlament an.

Zu den vielen Pechvögeln des Finalrennens in Hockenheim zählte auch Freddie Hunt (Buchbinder-Racing). Der Sohn von Ex-Formel-1-Weltmeister James Hunt hatte sich in seinem zweiten Formel ADAC-Rennen bis auf Platz neun vorgekämpft, fiel aber nach einer Kollision und einem Dreher als Zwölfter wieder aus den Punkterängen heraus.